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25 Jahre KUKOZE
Jubiläumskonzert

Hazmat-Modine
Sa. 02/06/18
Einlass: 19:00 Uhr - Beginn: 20:30 Uhr
Für Essen und Trinken ist gesorgt

Reinen Jazz spielen sie nicht und den zwöftaktigen Blues erst recht nicht. Sie sind keine Brass Band vom Balkan und kein Rock‘n Roll Act aus New York. Jamaica nennen sie nicht ihre Heimat und ob sie je in Indien waren, haben wir vergessen zu fragen. HazmatModine klingen wie ein von Lust und Leidenschaft geprägtes Weltorchester, das sich weder obsessiv um Stilkunde bemüht, noch sich um nationale Identitäten schert. Diese Formation nimmt Musik als das, was sie im Grunde schon immer war: Als einen gefühlsbetonter Ausdruck. Nicht mehr und nicht weniger.

„Ich spiele nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen. Und da ich keine ernsthafte Ausbildung als Musiker hatte, geht es für mich vor allem um Gefühle. Vielleicht ist es gerade das, was die Leute anspricht“

sagt Wade Schuman, einer ihrer Gründungsväter. Siebzehn Jahre ist es her, da suchte der Kunstdozent und Mundharmonikaspieler gleichgesinnte Mitstreiter in New York - was ihm nicht sehr schwer gefallen ist. Und das HazmatModine seitdem nur drei Alben eingespielt haben, spricht letztendlich für sie. Denn sie sind am Musikmarkt und seinen ausgebufften Strategien nicht wirklich interessiert. Sie wollen einzig spielen, möglichst ständig und überall. Das allein ist ihr Credo und das macht sie auch so sympathisch. Am Mittwoch waren sie in Landsberg, zum zweiten Mal im Stadttheater. Und wenn sie auch ein wenig braver klingen und in ihrem Programm dem Mainstream gefährlich nahe kommen, hängen sie ihre musikalische Fahne noch lange nicht in den Wind.

Die spürbare Authentizität ihrer Musik ist das Ergebnis kreativer Reibung. Weil Wade Schumann und seine Band genau das als Grundsubstanz nutzen, was ihnen persönlich am besten gefällt. Und das ist eben Jazz und Blues, Balkan Brass und Rock‘n Roll, Reggea und asiatisch geprägte Musik. Einwanderermusik - Auswanderermusik? Weltmusik? Multi-Kulti? Die ganze Welt ist in Bewegung (und wenn wir recht überlegen und unsere eigenen Stammbäume durchforsten, ist doch jeder von uns ebenso Einheimischer, wie in gewissem Sinne auch Emigrant!) und wenn wir alle Vorurteile und eingeschliffenen Begehrlichkeiten beiseite lassen und uns den Anregungen von außen offen stellen, kommen wir der positiven Utopie einer Weltmusik recht nahe. Auch im Denken. Weil: „Zum gegenseitigen Verständnis der Kulturen und Rassen hat der Tourismus wenig beigetragen“, wie der Schweizer Peter Rüedi in einer seiner Kolumnen so treffend schreibt. Völlig recht hat er. Natürlich liefern HazmatModine keine musikethnologische Veranstaltung im Sinne der VHS. Ihre Stile und Einflüsse sind gewebt, wie ein bunter Flickenteppich, in dem auch nicht immer klar wird, was woher kommt. Wichtig ist nur, dass das Ergebnis eine Einheit findet. Und die war zu spüren - mal lauter, mal leiser, mal näher am Pop, mal ganz traditionell, mal solistisch, mal als Klangorchester. Und immer ganz im Zentrum: Wade Schuman. Singend, Mundharmonika spielend, ackernd und schwitzend den Bühnengockel gebend. Ein Schwerstarbeiter der die Dinge vorantreibt, der Musiken auflöst, abstrahiert und neu zusammensetzt. Und Spaß macht seine Arbeit allemal. Allen anwesenden.

Quelle: Augsburger Allgemeine 18.07.16



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